Die Sibirische Katze hat ihren Ursprung in Russland und der Ukraine. Die „Sibirskaja Koschka“, wie sie in ihrer Heimat genannt wird, wurde bereits seit Jahrhunderten als beherzter Mäusejäger in den russischen Dörfern eingesetzt.
In Russland begann die planmäßige Zucht 1978 in St. Petersburg Durch die politische Lage in der ehemaligen UdSSR konnte sich die Sibirische Katze lange Zeit dem züchterischen Einfluss entziehen. In der ehemaligen DDR ist die Rasse seit 1983 bekannt, in den alten Bundesländern seit etwa 1987. Nach Öffnung der Grenzen wurden verstärkt Tiere direkt aus vielen Teilen Russlands eingeführt. Die Sibirische Katze gehört zu den wenigen Rassen, die nicht künstlich gezüchtet wurde. Der WCF (World Cat Federation) hat die Sibirer zusammen mit der Neva Masquarade 1992 anerkannt.
Die Neva Masquarade ist keine eigenständige Rasse, sondern eigentlich eine Farbvariante - Pointfärbung - der Sibirischen Katze. Daher liegt ihr Ursprung ebenfalls in Russland. Sibirische Katzen mit dieser Färbung tauchten erst 1990, nach dem Fall des eisernen Vorhanges, erstmalig in Deutschland auf und sind auch heute noch recht selten. Beschreibung und Charakter gleichen, da es sich um eine gemeinsame, auch untereinander verpaarte Rasse handelt, der Sibirischen Katze. Die Augen der Neva Masquarade sind grundsätzlich blau. Die Grundfarbe des Körpers ist immer hell, von ihr heben sich die Points ab. Wie alle Pointkatzen werden auch Neva Masquarade-Babys schneeweiß geboren. Die Pointfärbung entwickelt sich erst nach und nach.
Die mittelgroße bis große Katze ist muskulös und schwer. Der Hals ist kurz und kräftig. Die Beine sind ebenfalls muskulös und mittellang. Die Pfoten sind groß, kompakt und rund mit Haarbüscheln zwischen den Zehen. Der Schwanz reicht bis zum Schulterblatt, läuft leicht spitz zu und ist buschig behaart.
Der Kopf ist kurz und breit mit tief gesetzten breiten Wangenknochen, gerundeter Schnauze und leicht abgerundetem Kinn. Die Stirn ist leicht gewölbt. Die Konturen sind sanft gerundet, das Profil ist leicht geschwungen. Die Nase ist gleich breit vom Ansatz bis zum Nasenspiegel
Die Ohren sind mittelgroß, breit am Ansatz mit leicht gerundeter Spitze. Sie sind weit gesetzt und leicht nach vorne geneigt.
Die Augen sind groß, leicht oval und an der Unterseite gerundet, leicht schräg gestellt und weit auseinanderstehend. Die Augenfarbe soll einheitlich sein und harmonisch zur Fellfarbe passen. Alle Schattierungen von gelb/gold bis grün sind erlaubt. Bei Van-Zeichnung und weißer Fellfarbe auch blau oder odd eyed. Bei Point-Zeichnung grundsätzlich blau, je dunkler, desto besser.
Das Fell ist mittellang. Die sehr dichte Unterwolle ist weich und fein, unter gröberem festem Deckhaar. Das dichte, locker fallende Deckhaar ist wasserabstoßend, von fester, griffiger Struktur und glänzend. Es bedeckt Rücken, Flanken und Schwanzoberseite vollständig. Die Körperunterseite und die Rückseite der Hinterbeine besitzen nur Unterwolle. An Hals, Brust, Hosen und Schwanz ist das Fell besonders lang.
Die Farben Chocolate und Cinnamon sowie deren Verdünnung (Lilac und Fawn) sind bei der Sibirischen Katze und der Neva Masquerade in allen Kombinationen (Solid, Bicolour, Tricolour, Tabby) nicht anerkannt, ebenso der Burma-Faktor. Alle anderen Farben sind anerkannt. Die Beschreibungen sind der allgemeinen Farbliste bzw. der Pointfarbliste zu entnehmen. Jeder Weißanteil ist erlaubt. Die Pointvariante heißt Neva Masquerade.
Das Wesen dieser Katze ist überaus unkompliziert. Sie ist eine sehr Menschbezogene und soziale Katze, immer bereit, zu spielen und zu schmusen. Auch Kindern gegenüber ist sie sehr geduldig und freundlich. Daher eignet sie sich hervorragend als Familienkatze und kommt auch mit anderen Haustieren (sofern sie nicht gerade Beutegröße haben) gut aus. Aber auch für Singles ist die Sibirische Katze ein idealer Mitbewohner. Sie liebt es, ihren Menschen dann ganz für sich allein zu haben und genießt die ausgiebigen Schmusestunden. Sie verfügt über eine sanfte, angenehme Stimme und plaudert gerne mit ihren Menschen, wobei sie natürlich immer das letzte Wort haben muss. Sie ist sehr selbstbewusst und kann auch besonders erfindungsreich sein, um ihren Willen durchzusetzen. Oft reicht jedoch schon ein Blick aus ihren ausdrucksvollen Augen, und Sie werden jeden geäußerten Wunsch Ihres Lieblings erfüllen. Da Sibirer sehr soziale Tiere sind und gerne mit anderen Katzen zusammenleben, sollten sie nicht als Einzelkatze gehalten werden.
Die Sibirische Katze ist eine sehr natürlich gebliebene Katze und daher sehr robust und gesund. Sie ist eine ideale Wohnungskatze, freut sich jedoch auch über die Möglichkeit, die frische Luft auf einem eingenetzten Balkon oder im gesicherten Garten geniessen zu können. Wichtig ist, ihr viel Abwechslung bieten. Dazu gehören ein stabiler und standfester Kratzbaum ebenso wie regelmäßige Spielstunden, damit sie ihren Bewegungsdrang ausleben kann. Das Spielzeug muss gar nicht teuer sein, Bälle, Fellmäuse oder leere Pappkartons eignen sich hervorragend. Da Sibierer sehr neugierig sind, muss besonders auf eine katzengerechte Sicherung der Wohnung geachtet werden. Vor allem Kippfenster können eine tödliche Gefahr darstellen. Die Sibirische Katze ist als Naturrasse relativ pflegeleicht. Sie pflegt ihr Fell weitgehend selbst, ein tägliches Kämmen und Bürsten ist nicht erforderlich. Es wird aber als zusätzliche Streicheleinheit sehr genossen. Im Sommer trägt sie nur spärliche Unterwolle, die im Winter dicht, aber fein in der Struktur, wird. Das Deckhaar ist länger als die Unterwolle und Wasser abweisend. Im Frühjahr während des Fellwechsels muss die Fellpflege intensiviert werden, denn sonst verfilzt das tote Haar und außerdem verschluckt die Katze sonst zu viele Haare beim Putzen. Obendrein ist lose Katzenwolle im Kämmwerkzeug besser aufgehoben, als gleichmäßigim ganzen Haus verteilt.